Cerci rettet der HSV einen Punkt

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Sonntag, 24. März 2013 23:01
20130325Erzen

Stürmer verwandelt in der Nachspielzeit einen Elfmeter zum 1:1 gegen Erndtebrück

HAMM • Heimspiele der Hammer SpVg sollte man nicht frühzeitig verlassen. Zwei Wochen nach der bitteren Last-Minute-Pleite gegen den SV Lippstadt tat sich auch gegen den TuS Erndtebrück Entscheidendes in der Nachspielzeit. Diesmal war es allerdings Erfreuliches aus Hammer Sicht. Ferhat Cerci verwandelte in der 91. Spielminute einen Handelfmeter zum 1:1-Endstand. „Manchmal gibt es im Fußball so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit“, sagte HSV-Trainer Sven Heinze.

Es war ein glückliches Unentschieden, denn der Handelfmeter war die erste zwingende Torchance der HSV im gesamten Spiel gewesen. Die Erndtebrücker hatten trotz nur knapper 1:0-Führung über weite Strecken der Partie in der Evora Arena wie die sicheren Sieger ausgesehen – bis zur 91. Minute. Ein Schuss des kurz zuvor eingewechselten Nico Schiller blieb im Strafraum-Getümmel hängen. Schiedsrichter Marc Frömel entschied auf Handspiel gegen die Gäste. Hamms Cerci schnappte sich den Ball und traf.

Ausgerechnet Cerci: Der lange verletzte 31-Jährige hatte zum ersten Mal seit gut neun Monaten wieder in der Start-Elf gestanden. Für ihn saß der angeschlagene Daniel Schaffer zunächst auf der Bank. Für den verletzten Jochen Höfler spielte Giancarlo Greco in der Spitze. Die Gäste aus dem Siegerland mussten auf den erkrankten Stamm-Torwart Timo Bäcker verzichten. Dass es vor nur 200 frierenden Zuschauern kein Fußball-Fest geben würde, schien bei den widrigen Bedingungen unausweichlich. Der holprige Rasen erschwerte das Passspiel und die Ballkontrolle. Hohe Bälle waren auch keine Lösung, denn oben blies der schneidende Ostwind und machte Flanken zum Glücksspiel.

Die erste Chance des Spiels hatte Cerci, der nach einem schnellen Vorstoß über Thomas Müller und Felix Backszat aus 15 Metern halblinker Position frei zum Schuss kam. Der Ball ging jedoch weit über das Lattenkreuz (16.). Kurze Zeit später kamen auch die Gäste zu ihrer ersten Torgelegenheit. HSV-Torwart Alexander Kuschmann blockte den Schuss des agilen Öncü ab (23.). Drei Minuten später tobte Heinze an der Seitenlinie. Er hatte seine Spieler eindringlich vor den gefährlichen Standards des Tabellendritten gewarnt, doch nun ruhte der Ball in fast zentraler Position 20 Meter vor dem HSV-Tor. Maser nahm Anlauf und trat den Ball schnurstracks an der zu schmalen Freistoßmauer vorbei zum 0:1 in den rechten Winkel (26.). Nur eine Minute später bewahrte Kuschmann sein Team vor dem 0:2 durch den heranstürmenden Waldrich (27.).

Die Gäste bestimmten von nun an das Spiel. Die HSV erholte sich bis zur Pause nicht mehr von dem Rückstand. Ihre kargen Offensivbemühungen wurden von den wesentlich zweikampfstärkeren Gästen bereits im Keim erstickt. Schwach gespielt, 0:1 zurück – das kannte das Publikum bereits aus der Lippstadt-Partie. Damals riss die HSV nach dem Wiederanpfiff das Ruder mit viel Druck und Einsatz herum. Diesmal geschah nichts dergleichen.

Erndtebrück beherrschte durch das starke Duo Maser/Ziegler auch in der zweiten Halbzeit das Mittelfeld. Ihre Überlegenheit wussten die Gäste jedoch nicht in Tore zu verwandeln. Waldrich hatte die große Chance zum 0:2, scheiterte aber zunächst an Kuschmann und beim Nachschuss am langen Bein von Michael Kaminski (57.). Besser noch war die Gelegenheit des eingewechselten Runkel. Er schoss den Ball nach schönem Steilpass von Markow über das Tor (85.).

Zu diesem Zeitpunkt war die Partie wieder recht offen geworden. Heinze hatte sein Team auf 4-4-2 umgestellt mit Erzen und Cerci an vorderster Front. Die zuvor mitunter abwesend wirkende HSV-Elf drängte die Gäste nun zurück. Chancen spielte sie sich zwar nicht heraus, dafür erzwang sie den Handelfmeter, den Cerci zum letztlich glücklichen 1:1 verwandelte.

„Wir haben es nicht geschafft, ein vernünftiges Spiel aufzuziehen. Bei diesen Bedingungen hätten wir einfacher spielen müssen. Das Zweikampfverhalten stimmte nicht. Erst in den letzten zehn Minuten haben wir es geschafft, gefährliche Situationen heraufzubeschwören. Unterm Strich können und müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, sagte Heinze nach der Partie. sst

Hammer SpVg: Kuschmann – Müller, Baum, Harder, Kaminski – Krautwurst (73. Schiller), Glöden – Backszat, Erzen, Cerci – Greco (65. Schaffer)
TuS Erndtebrück: Eckhardt – Thorbeck, Gelber, Wahl, Matuwila – Maser (65. Markow), Ziegler – Mbuku (86. Müther), Burk, Öncü (78. Runkel) – Waldrich
Schiedsrichter: Marc Frömel (Ibbenbüren)
Zuschauer: 200
Tore: 0:1 (26.) Maser, 1:1 (90.+1/Handelfmeter) Cerci
Gelbe Karten: Kaminski, Greco / Gelber, Wahl, Öncü


Quelle: Westfälischer Anzeiger
Fotostrecke: Hammer SpVg - TuS Erndtebrück