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„Regionalliga wäre was“

20130816Krug

Sebastian Krug ist der neue Kapitän der Hammer SpVg

Wenn die Hammer SpVg am ersten Spieltag ins Ahlener Wersestadion einläuft, wird Sebastian Krug die Kapitänsbinde tragen. Nicht zum ersten Mal in seiner Karriere, auch nicht zum ersten Mal als HSV-Akteur. Aber zum ersten Mal nicht als Stellvertreter, sondern als die Nummer eins. „Es freut mich, Kapitän zu sein. Ich mache das gern, auch wenn meine Position innerhalb des Teams keine andere wäre, wenn ich die Binde nicht hätte“, sagt der Verteidiger.

Dass die Wahl von Trainer Goran Barjaktarevic auf Krug fiel, ist fast logisch. Kein anderer Spieler im Oberliga-Kader hat so viele Dienstjahre bei der HSV vorzuweisen wie der 28-Jährige. „Sebastian kennt den Verein und hat die Vorbereitung vorbildlich durchgezogen. Er ist in der Mannschaft anerkannt. Und, ganz wichtig: Er hat diese Position nicht durch eine große Klappe, sondern durch korrektes Verhalten erworben“, sagt Barjaktarevic, der Stürmer Jochen Höfler zu Krugs Stellvertreter machte.

Krug ist aus diesem Team nicht wegzudenken. Der Kamener mit dem Gardemaß von 1,92 Metern war in den vergangenen Spielzeiten sowohl unter Lars Müller als auch unter dessen Trainer-Nachfolger Sven Heinze in der Innenverteidigung gesetzt. Und so wird es auch ab Sonntag sein, wenn die Saison 2013/14 beginnt. Es ist bereits Krugs siebte im Hammer Osten.

Als 19-Jähriger trug er – nach Jugend-Jahren in Kaiserau und Ahlen – in der Spielzeit 2004/05 zum ersten Mal das HSV-Trikot. Sein Vater Joachim, damals Sportlicher Leiter des Klubs, hatte ihn ins damalige Mahlbergstadion geholt. Nach nur einem Jahr wechselte Sebastian zu den von Mike Büskens trainierten Schalker Amateuren und von dort weiter zu Preußen Münster. Nach einer frustrierenden Saison kehrte er 2007 nach Hamm zurück. Seither spielt er, unterbrochen nur von einem Intermezzo beim Liga-Konkurrenten Westfalia Herne, bei der HSV.

Dort soll es für ihn noch lange weitergehen, denn die Wanderjahre sind für Krug abgeschlossen – nicht nur, weil sich mit dem nahenden Jura-Staatsexamen künftig der Beruf in den Vordergrund schieben wird. „Ich bin ein paar Mal hin- und hergewechselt und habe festgestellt, dass es für ganz oben nicht reicht. Ich habe nicht mehr vor, wegzugehen“, sagt Krug, der jedoch noch ein großes persönliches Ziel hat: „Mit der Hammer SpVg in der Regionalliga spielen – das wäre nochmal was.“

Dass es bereits in der kommenden Saison so weit sein könnte, glaubt er nicht. „Aufsteigen ist grundsätzlich schwierig. Vor allem bei dieser starken Konkurrenz. Rödinghausen und Erndtebrück sehe ich ganz oben und die Erkenschwicker, die viele nicht auf der Rechnung haben, dahinter. Darunter wird bis Platz 13 alles relativ offen sein“, glaubt Krug. „Wir wollen auf jeden Fall besser dastehen als vergangene Saison. Wenn wir zwischen Rang vier und acht landen, wäre das okay“, so der Kamener.

Auf keinen Fall will er noch einmal ein Jahr durchleben wie das vergangene mit Unruhe, Trainerwechsel und Zittern bis kurz vor Saisonschluss. „Abstiegskampf habe ich mit Hamm genug erlebt in den letzten Jahren. Da habe ich keine Lust mehr drauf“, sagt Krug. „Das Problem in der Vorsaison war, dass wir eine Abwehr, ein Mittelfeld und einen Angriff hatten, aber keine Mannschaft. Es lief nicht, und jeder hat versucht, sich so gut aus der Affäre zu ziehen, wie es geht. Wir haben persönliche Dinge über die Mannschaft gestellt. Das muss besser werden“, fordert er. „Das ist es auch, was der Trainer uns jetzt jeden Tag vermittelt: dass wir als Einheit auftreten und als Team funktionieren müssen. Ich sehe, dass es dahin geht.“

Für ihn wie für die meisten anderen Spieler des Kaders war der Wechsel zu Goran Barjaktarevic eine große Umstellung. Er konfrontierte die Akteure mit Übungen, die noch keiner kannte, er ließ sie Tische auf dem Kopf balancieren, setzte sie in Ruderboote und ging im Training zurück zum Einmaleins des Fußballs, indem er die Spieler passen, passen, immer wieder passen ließ. „Der Trainer ist ein akribischer Arbeiter. Ich glaube, der wird morgens wach und denkt an Fußball, noch bevor er die Kaffeemaschine angemacht hat“, sagt Krug. „Er macht sehr deutlich, was er von uns will, aber ist auch ein sehr lustiger Typ.“

Die HSV muss viele neue Spieler integrieren. Die meisten von ihnen sind jung. Für HSV-Eigengewächs Emre Demir und das Braunschweiger Trio Dursun Akdag, Eymen Brahim und Dennis Jungk ist es sogar das erste Seniorenjahr.

„Die jungen Spieler sind unglaublich weit, brauchen aber noch Zeit. Wir haben einen neuen Trainer, mit dem wir erst ein paar Wochen zusammen sind. Unser Kader ist besser als letztes Jahr, aber wir werden nicht die Liga zusammenschießen. Es wird nicht alles sofort funktionieren“, sagt Krug und bittet um Geduld – zumal das Anfangsprogramm mit dem Auswärtsspiel bei RW Ahlen, dem Heimauftakt gegen Erndtebrück und dem Derby gegen Westfalia Rhynern am vierten Spieltag nicht von Pappe ist. sst

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