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Deutliche Heimpleite

018"Ohne Liebe und Leidenschaft"

HSV-Coach Goran Barjaktarevic wollte nach dem Spiel die Leistung des Gegners nicht schmälern, aber in erster Linie hatte er eine katastrophale Leistung seiner Mannen ohne Liebe und Leidenschaft zum Fussballspiel gesehen. Der 0:1-Halbzeitrückstand war noch im Rahmen des Aufholbaren, drei weitere Gegentore sorgten letztendlich für ein blamables Ergebnis.

Seine Startelf musste Barjaktarevic nach dem guten Bielefeld-Auftritt auf zwei Positionen verletztungsbedingt ändern. In der Innenverteidigung fehlte Sefa Arslan aufgrund einer Hüftprellung, Michael Oscislawski rückte dafür nach innen und Luc Ndjock kam als Linksverteidiger in das Team. In der Offensive leidet Emre Demir an einer Sehnenentzündung im Fuß, so dass Daniel Schaffer von Beginn an die rechte Seite beackern durfte.

Nach einer ruhigen Anfangsphase gab es in der 8. Minute den ersten Warnschuss der Gäste. Eine Flanke erreichte den hochgewachsenden Griechen Skraparas, freistehend köpfte er den Ball jedoch neben das Tor. Nur zwei Minuten später musste Dursun Akdag einen Angriff an der eignenen rechten Strafraumgrenze stoppen. Schiedsrichter Rasch, der heute noch weitere knifflige Entscheidungen traf, zog bereits früh die erste gelbe Karte. Der fällige Freistoß kam scharf auf HSV-Keeper Trifon Gioudas, dieser lenkte den Ball über die Latte.

Nach einer Viertelstunde fand sich die Hammer SpVg zum ersten Mal im gegnerischen Strafraum wieder. Torjäger Jochen Höfler scheiterte erst selbst, wenig später eine riesige Konterchance, seine Hereingabe von rechts wird in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Eymen Brahim geklärt. Das Spiel plätscherte nun ohne große Höhepunkte vor sich hin. Die Ennepetaler erarbeiteten sich im Gegensatz zur HSV aber immer wieder Torabschlüsse, Gioudas war mehr beschäftigt als ihm lieb war.

Einer der zahlreichen Angriffe der Gäste konnte in der 37. Minute erst am eigenen linken Strafraumeck durch ein Foul gestoppt werden. Kapitän Abdulah El Youbari zirkelte den Ball an der Mauer rechts vorbei, Gioudas passte auf, konnte den Ball jedoch nur abklatschen. Semih Yigit reagierte am schnellsten, verfolgt von mehreren HSVern. Der Unparteiische Rasch sah eine Berührung zwischen Ferhat Cerci und dem theatralisch fallenden Yigit und zeigte folglich auf den Punkt. El Youbari verwandelte sicher flach links unten, eine nicht unverdiente Führung!

Noch eine Schussmöglichkeit für Eymen Brahim war alles, was von der Hammer SpVg kam. Glück hatte man eher, dass Skraparas kurz vor der Pause aus kurzer Entfernung am gut aufgelegten Gioudas scheiterte. Barjaktarevics Standpauke musste kurz und knapp gewesen sein, denn weit vor Ablauf der 15-minütigen Halbzeit erschien die personell unveränderte Elf um Kapitän Sebastian Krug.

330 Zuschauer waren in froher Erwartung, nun eine bessere HSV kicken zu sehen. Doch weit gefehlt, es blieb ein weitgehend mehr als gebrauchter Tag aller Hammer Feldspieler. Die Gäste aus Ennepetal gingen mit mehr Einsatz und Spielfreude zu Werke und verwalteten die knappe Führung nicht nur, sondern versuchten diese auszubauen. Gioudas musste in der 63. Minute abermals eine Großchance vereiteln, als er einen Kopfball parierte.

Die 67. Minute sollte spielentscheidend werden. Die inzwischen eingewechselten Michael Erzen und Oliver Glöden kombinierten am gegnerischen Strafraum, der Ball gelangte zu Jochen Höfler, der Gäste-Torwart Marvin Weusthoff zu einer Glanzparade zwang. Postwendend ging es Richtung HSV-Tor. Skraparas kam auf der rechten Seite durch, fand in der Mitte El Youbari, der zur 2:0-Führung einschob.

Höfler, der hinter Gioudas noch der beste Mann auf dem Platz war, fand in der 72. Minute erneut in Weusthoff seinen Meister. Als vier Minuten später Kapitän Krug in einem Zweikampf unabsichtlich verletzt wurde - Gegenspieler Markus Scherff landete auf seinem Fuss - musste die Partie in Unterzahl zu Ende gebracht werden.

Dass dies nicht gut ausgehen sollte, ließ der bisherige Spielverlauf bereits vermuten. Der Unparteiische Rasch traf in der 79. Minute erneute eine eigenwillige Entscheidung. Am Strafraum wurde Yigit gefoult, zur Überraschung gab es Elfmeter. Yigit selbst erhöhte auf 3:0. Eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit ließ die ohne Krug völlig indisponierte HSV-Abwehr Markus Scherff solange den Ball im Strafraum führen, bis er den freien Träptau fand, der den Endstand herstellte.

Auf der Pressekonferenz fand Barjaktarevic klare Worte. Sein Team hatte eine indiskutable Leistung abgeliefert, die er so auf keinen Fall stehen lassen wird. Er nahm seine Spieler in die Pflicht, die im Schonprogramm "mit nicht mal 80% ihres angeblichen Leistungsvermögens" das heutige Spiel abspulen wollten. Im Training dürfte sie nun das genaue Gegenteil erwarten!

Bereits Mittwoch steht das nächste Pflichtspiel auf dem Programm. Um 19.30 Uhr muss die Hammer SpVg im Kreispokalviertelfinale beim SSV Mühlhausen antreten (Stadion am Mühlbach, Zum Osterfeld 13, 59425 Unna). - sb

6. Spieltag Oberliga Westfalen 2013/2014
Hammer SpVg - TuS Ennepetal 0:4 (0:1)
HSV: Gioudas - Jungk, Krug, Oscislawski, Ndjock - Meschede - Schaffer (65. Kusakci), Akdag (56. Erzen), Cerci (61. Glöden), Brahim - Höfler
Reservebank: Hunnewinkel - Harder, Baum, Hönicke
Ennepetal: Weusthoff - Gerding, Weiß, Sobotzki, Winczura - Kaya, Strohmann - El Youbari (86. Pflanz), Skraparas (81. Träptau), Yigit - Ropkas (69. Scherff)
Tore: 0:1 El Youbari (37., FE), 0:2 El Youbari (67.), 0:3 Yigit (79., FE), 0:4 Träptau (89.)
Schiedsrichter: Frederik Rasch (Ibbenbüren)
Zuschauer: 330

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