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„Einige haben sich zu wichtig genommen“

100929interview

HSV-Trainer Holger Wortmann fordert von seinen Akteuren mehr Robustheit

Nach dem keinesfalls gelungenen Start in die neue Saison herrscht bei den Hammern noch keine Panik
HAMM • Lediglich zwei Siege aus sieben Spielen. Fünf Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter. Und als Neunter nur im Mittelfeld der Liga. So hatte sich NRW-Liga-Absteiger Hammer SpVg den Start in die neue Saison nicht vorgestellt. Warum die HSV in der Westfalenliga noch nicht richtig angekommen und warum die Zuversicht weiter groß ist, dass das Unternehmen direkter Wiederaufstieg am Ende erfolgreich sein wird, erklärte Trainer Holger Wortmann in einem Gespräch mit Patrick Droste.

Herr Wortmann, allzu zufrieden können Sie derzeit nicht sein?
Wortmann: Das stimmt. Die Zufriedenheit ist nicht sehr groß. Aber wir ändern trotzdem unsere Ziele nicht, nur weil wir fünf Zähler Rückstand haben. Bei der Drei-Punkte-Regelung kann man das schnell wieder aufholen. Aber wir brauchen mehr Konstanz in unseren Ergebnissen und in unserer Spielweise, daran hapert es derzeit noch.

Was läuft denn falsch?
Wortmann: Wir haben es nicht geschafft, an die guten Leistungen aus der Vorbereitung anzuknüpfen. Woran das liegt, darüber sind wir uns noch nicht im Klaren. Sicher macht uns die Verletzung von Markus Krawietz zu schaffen. Er fehlt uns nicht nur in der Offensive, er ist auch unser erster Abwehrspieler, er arbeitet sehr gut gegen den Ball. Dann mussten wir zuletzt auch noch ohne Kurtulus Öztürk auskommen, er hat uns vor allem als Führungsspieler gefehlt. Davon haben wir nämlich zu wenig. Wir haben nur ihn, der das Heft in die Hand nimmt, wenn es mal nicht läuft. Von den anderen gestandenen Spielern muss da mehr kommen. Aber die haben selbst mit sich genug Probleme und gucken nur auf sich, sind daher nicht in der Lage, den anderen zu helfen.

Werden Sie jetzt Änderungen vornehmen? Oder setzen Sie auf den Faktor Zeit und üben sich in Geduld?
Wortmann: Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir in Ruhe weiterarbeiten. Wir müssen sicher einige Dinge besprechen, damit wir taktische Fehler nicht wiederholen. Und jeder Einzelne muss sich wieder in den Dienst der Mannschaft und des Vereins stellen. Zuletzt hatte ich das Gefühl, dass sich einige Leute zu wichtig genommen haben.

Kann es auch daran liegen, dass es Ihre Mannschaft nicht gewohnt ist, das Spiel zu machen? In der NRW-Liga hat die HSV ja meist nur reagiert, selbst wenig agiert.
Wortmann: Das ist richtig. Jetzt schauen die Gegner meist erst einmal, was wir anbieten. Wir müssen agieren, das Spiel machen, während sich die anderen Teams gegen uns meist hinten reinstellen und Beton anrühren. Das ist für einige Spieler, die schon länger bei der HSV sind, ungewohnt. Wichtig ist aber auch, dass wir gieriger werden. Das macht einen verrückt, lässt einen verzweifeln: Wenn wir das erste Tor erzielt haben, dann muss man das zweite nachlegen wollen.

Ist die Mannschaft in der neuen Liga noch nicht richtig angekommen?
Wortmann: Ich glaube schon, dass alle Spieler wissen, was gefordert ist, um zu bestehen. Aber einige finden nicht die richtigen Mittel. Man muss robuster sein, es geht nicht nur alles mit Schönspielerei. Einige treffen da noch bei ihren Aktionen die falschen Entscheidungen. Wir müssen da noch die richtige Mischung finden.

Woher nehmen Sie die Zuversicht, dass am Ende doch die Rückkehr in die NRW-Liga gefeiert wird?
Wortmann: Ich bin von der Mannschaft überzeugt. Sicher hätte ich mir gewünscht, dass wir besser aus den Startlöchern kommen. Aber fünf Punkte Rückstand sind kein Drama. Wir müssen jetzt den Hebel umlegen. Das ist ein Lernprozess, der aber möglichst schnell abgeschlossen sein muss.

Am Sonntag kommt mit dem VfB Fichte Bielefeld das Ligaschlusslicht in die Evora Arena. Ist das der richtige Gegner zum passenden Zeitpunkt, um einen Befreiungsschlag zu landen?
Wortmann: So ein Spiel kann richtig gut sein. Da kann man sich aber auch schwer tun. Ich glaube nicht, dass meine Spieler Bielefeld unterschätzen werden. Dazu haben wir nach unserem Start überhaupt kein Recht.

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