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Überzahl nicht genutzt und hitziges Derby mit 1:3 verloren

20180818HSVSVW01HSV spielt nicht zwingend genug und scheitert an Rhynerns ausgeprägter Defensiverfahrung 

Still und zurückhaltend hatte das Ortsderby vor einer stattlichen Kulisse von 2530 Zuschauern bei beiden Teams begonnen, stand doch erneut mehr auf dem Spiel, als nur drei Punkte. Ein erstes Abtasten, nicht zu viel Risiko auf beiden Seiten. Soviel zu den ersten zehn Minuten der Partie. Ab der 11. Minute nahm das Derby dann aber seinen Lauf, der mit jubelnden Gästen und einer enttäuschten HSV in der hell erleuchteten 24nexx Arena endete.

Schiedsrichter Florian Exner, der dem Spiel ab dieser Minute ungewollt zu einer Wende verhalf, sah bei einem Foul an Florian Juka den Übeltäter Patrick Polk im Trikot von Westfalia Rhynern als letzten Verteidiger vor dem Tor und entschied aus seiner Sicht folgerichtig darauf, den Verteidiger mit einer Roten Karte vom Platz zu stellen. Kurz zuvor war Christopher Stöhr in einem Zweikampf auf Höhe der Mittellinie verletzt liegen geblieben und so kam es für die Gäste einer Dreifachbestrafung gleich, als dem Platzverweis und der verletzungsbedingten Auswechslung auch noch der 1:0 Rückstand folgte. Florian Juka selbst hatte den Strafstoß flach auf das Tor von Maximilian Eul gebracht, der nicht mehr rechtzeitig in der Ecke war und den Ball nur noch aus dem eigenen Tor holen konnte. Das war nach der Verletzungsunterbrechung bereits in der 16. Minute. Christopher Stöhr wünschen wir von hier aus gute Besserung!

Dass eine Überzahl nicht immer auch ein Vorteil bedeutet, hatte HSV-Coach Sven Hozjak in seiner nun schon über zweijährigen Amtszeit in Hamm schon des Öfteren angedeutet. Auch heute durften die Zuschauer feststellen, dass so eine Ausnahmesituation bei der geschwächten Mannschaft einen Impuls auslösen kann. Rhynern spielte auch in Unterzahl munter weiter mit und dabei zweifellos auch die ausgeprägte Defensiverfahrung aus dem vergangenen Regionalligajahr aus. In der 21. Minute bekam Rhynern zum Leidwesen der HSV Hilfe von Florian Exner, der erneut entscheidend ins Spiel eingriff. Nach einer von Jarno Peters entschärften Ecke war Exner bereits auf dem Weg zur Mittellinie, als er von seinem Assistenten Bernd Westbeld das Signal erhielt, dass Ralf Schneider den Ball strafwürdig mit der Hand gespielt haben soll. Rhynerns Stürmer Lennard Kleine behielt beim Strafstoß die Nerven und egalisierte den Rückstand.

Nach dem Ausgleich passierte bis zur Halbzeit nichts Spielentscheidendes mehr. Einziges Highlight war in der 31. Minute die Aufforderung des Schiedsrichters, das Flutlicht einzuschalten, was vor allem für die langjährigen HSV-Anhänger und Verantwortlichen als historischer Moment in Erinnerung bleiben wird. Kurz vor Ende der sechsminütigen Nachspielzeit setzte sich Ex-Profi Salvatore Gambino auf der rechten Seite noch gegen Aldin Kljajic durch und versuchte aus über dreißig Metern, den Ball über den weit vor seinem Kasten weilenden Jarno Peters auf das Hammer Tor zu bringen. Vergebens. Peters war dem Ball nachgeeilt und konnte ihn über die Querlatte schaufeln.

20180818HSVSVW02Die zweite Halbzeit begann so, wie es das zahlenmässige Kräfteverhältnis erwarten ließ. Es spielte eigentlich nur die HSV nach vorne, aber so richtig gefährlich sollte der Ball nicht mehr auf das Tor von Maximilian Eul kommen. Bezeichnend für das Spiel der Gäste musste in der 49. Minute mit Lucas Arenz bereits der zweite Spieler verletzt ausgewechselt werden. Zwanzig Minuten hielt die weinrote Dominanz mit diversen Torchancen, die aber allesamt nicht verwertet wurden. Dann unterlief Ralf Schneider im Mittelfeld ein unnötiger Ballverlust, den er selbst nur regelwidrig mittels taktischem Foul ausbügeln konnte. Der folgende Freistoß wurde von Hakan Sezer von der rechten Seite in den Hammer Sechzehner geschlagen, wo der Ball Tim Neumann erreichte, der aus der Drehung flach ins Tor traf. (68.) Fünf Minuten später gab es auf der anderen Seite wieder eine für das Spiel inzwischen typische Situation. Nach einer Hammer Ecke ging Hakan Sezer im eigenen Fünfmeterraum zu Boden und musste minutenlang behandelt werden. Anschließend trabte er am Spielfeldrand zur Mittellinie und kam zurück in die Partie.

Der Spielfluss litt mit Fortschreiten der Partie zunehmend und auch wenn die Spielanteile der HSV wieder zunahmen, war es erneut Florian Exner, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Jarno Peters ging in Torwartmanier einem zu langen Ball der Rhyneraner entgegen, fing ihn sicher. Akhim Seber kreuzte dabei seine Bahn allerdings und ging zu Boden, sodass Exner auf grobes Foulspiel von Peters erkannte, das er mit einem Platzverweis für Hamms Torwart und einem weiteren Strafstoß für die Gäste wertete. Hakan Sezer durfte zur Ausführung antreten und verwandelte gegen HSV-Verteidiger Aldin Kljajic, der sich Trikot und Handschuhe von Jarno Peters überzog, da Sven Hozjak so kurz vor Schluss bereits das Wechselkontingent voll ausgeschöpft hatte (86.).

20180818HSVSVW03Mit dem 3:1 war das Spiel nun endgültig entschieden und damit die vier Minuten Nachspielzeit nicht zu trostlos wurden, hatte Rhynerns Adrian Cieslak offensichtlich noch ein paar warme Worte für seinen Gegenspieler parat, die der Schiedsrichterassistent seinem Chef mitteilte. Als Folge dessen durfte sich Cieslak kurz vor Schluss als Dritter im Bunde frühzeitig aus dem Spiel verabschieden.

Mit einem Punkt aus den ersten beiden Spielen ist unsere Hammer Spielvereinigung ganz nüchtern und emotionslos betrachtet nur einen Punkt schlechter gestartet als in der Vorsaison. Das kann und soll nicht über die wenig zufriedenstellende Leistung unserer Kicker hinwegtäuschen und kann auch nicht von dem Jubel der Gäste nach Abpfiff ablenken, die den prestigeträchtigen Derbysieg ausgiebig feierten. Andererseits gibt es aber auch keinen Grund, nach einem hitzigen, aber jederzeit fairen Derby, das es in der kommenden Woche für alle Beteiligten auf und neben dem Platz sicherlich aufzuarbeiten gilt, den Kopf in den Sand zu stecken.

Dafür bleibt auch gar nicht viel Zeit, denn vor dem nächsten Oberligaspieltag beim ASC 09 Dortmund geht es am kommenden Mittwoch, dem 22. August 2018 im Westfalenpokal ab 19.30 Uhr, um den Einzug in die zweite Runde des Wettbewerbs. Die Auswärtsfahrt führt in aus der Vergangenheit bekanntes Terrain, denn unser Team trifft im Stadion Rußheide in Bielefeld auf den VfB Fichte Bielefeld. tr

HAMM: Jarno Peters - Marius Kröner (C), Leon Tia (73. Niklas Nölle), Mike Pihl, Keisuke Iida, Patrick Franke, Alan Bezhaev (69. Manuel Dieckmann), Aldin Kljajic, Florian Juka, Ralf Schneider (69. Felix Frank), Pascal Schmidt
RHYNERN: Maximilian Eul - Patrick Polk, Adrian Cieslak, Christopher Stöhr (16. Robin Ploczicki), Lennard Kleine, Tim Neumann, Lucas Arenz (49. Hakan Sezer), Akhim Seber, Jan Kleine, Salvatore Gambino (75. Mazlum Bulut), Michael Wiese (C)
ROTE KARTEN: Patrick Polk (10.), Jarno Peters (85.), Adrian Cieslak (90.+3)
TORE: 1:0 Florian Juka (15.). 1:1 Lennard Kleine (22./Handelfmeter), 1:2 Tim Neumann (68.), 1:3 Hakan Sezer (86.)
ZUSCHAUER: 2530

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