Der behutsame Rückkehrer

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Montag, 16. Juli 2012 07:48
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Michael Erzen kämpft sich mit viel Geduld in die Mannschaft zurück

HAMM • Den 20. Februar 2012 wird Michael Erzen wohl nie wieder vergessen. An diesem Tag unterzog sich der Angreifer der Hammer SpVg in Werl einer Außenmeniskusoperation – also eigentlich einem alltäglichen Eingriff. Doch anschließend entzündete sich sein Knie dermaßen, dass der 30-Jährige fast sein rechtes Bein verloren hatte. „Der Arzt ist durch eine Schürfwunde in mein Knie reingegangen. Das war wohl der Grund für die bösen Folgen“, sagt Erzen. „Und wenn ich nach der OP nur zwei oder drei Tage länger gewartet hätte, wäre mein Bein vielleicht nicht mehr da. Der behandelnde Arzt hat das nicht erkannt.“

Was folgte, waren ein vierwöchiger Krankenhausaufenthalt und eine lange Reha. „Und das ausgerechnet zu einer Zeit, als es ganz wichtig wird. Wer weiß, wenn wir nicht so viel Verletzungspech gehabt hätten, wären vielleicht wir und nicht Lippstadt Erster geworden und hätten um den Aufstieg in die Regionalliga gespielt“, ärgert sich der Angreifer, zumal bei der Operation festgestellt worden war, dass der Meniskusschaden schon drei Jahre alt war und eigentlich gar nicht so schnell hätte operiert werden müssen: „Wenn man so etwas drei Jahre aushält, hätte ich eigentlich auch noch drei Monate länger damit spielen können.“ Nun kämpft er sich behutsam und mit viel Geduld zurück. Derzeit geht es vor allem darum, dass die Schwellung komlett aus dem Knie rausgeht und sich die Muskulatur am rechten Bein wieder aufbaut. Dabei bekommt er von den Verantwortlichen der Hammer SpVg keine Zeitvorgabe. „Es gibt da keinen Druck oder einen bestimmten Termin, an dem ich wieder fit werden muss“, betont der Routinier. „Der einzige, der Druck macht, das bin ich selber. Ich mache aber nur so viel, dass es im Knie nicht reizt.“

Daher ist es auch noch völlig offen, ob er auch in der neuen Saison als Kapitän fungieren wird. „Ich würde das gerne weiter machen. Aber letztlich muss das die Mannschaft entscheiden“, sagt Erzen, der trotz der schlimmen Verletzung den Wechsel vor einem Jahr von Westfalia Herne in den Hammer Osten zu keiner Phase bereut hat. „Ich finde, in diesem Verein ist einfach alles super organisiert. Und ich bin fasziniert davon, dass der Klub Ziele hat. Denn auch ich will so hoch wie möglich kommen. Ich bin gespannt, wie wir in der neuen Saison einschlagen.“

Wie viel er letztlich dazu beitragen kann, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Trainer Lars Müller jedenfalls fiebert dem Moment entegen, wenn Michael Erzen wieder topfit zur Verfügung steht: „Wir haben ihn in der Rückserie auf und neben dem Platz sehr vermisst.“ –pad

Quelle: Westfälischer Anzeiger