Keine Möglichkeiten

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Montag, 17. September 2012 08:32
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Müller kann derzeit nicht personell reagieren

HAMM • Dritte Saisonniederlage, Tabellenplatz zwölf – nach fünf Spieltagen in der Fußball-Oberliga ist die Hammer SpVg nur graues Mittelmaß. Kein Wunder, dass Pascal Harder frustriert war – aber auch auf die immensen Personalprobleme verwies. „Wir haben ja fast eine komplette Stamm-Mannschaft verloren“, sagte der Kapitän. „Ich bitte da einfach um ein bisschen Verständnis.“

Doch das bringt Lars Müller derzeit nicht auf. Der Spielertrainer war nicht mehr bereit, seine schützende Hand über das Häuflein Aufrechter zu halten. Zu oft habe er die Fehler in den vergangenen Tagen sowohl auf Mannschaftsebene als auch individuell angesprochen. Aber wenn der gleiche Schnitzer wieder gemacht werde, „dann muss man sagen, dass der eine oder andere in dieser Liga nichts zu suchen hat“. Liebend gerne würde Müller reagieren, seinen Forderungen Nachdruck verleihen und den Lernprozess bei einigen Akteuren durch eine Verbannung auf Bank oder Tribüne beschleunigen. Doch in personeller Hinsicht sind ihm die Hände gebunden, der derzeitige Mini-Kader birgt fast eine automatische Stammplatzgarantie für die zur Verfügung Stehenden. „Solange ich nur elf fitte Spieler im Kader habe, habe ich nicht viele Möglichkeiten. Sobald mehr Leute da sind, kann ich reagieren“, so Müller.

Auch Jens Heusener hatte Fehler gesehen, „für die ich wenig Erklärungsansätze habe“. Doch so hart mit der Mannschaft ins Gericht gehen wie der Trainer mochte der Fußball-Abteilungsleiter nicht. Vielmehr hatte Heusener „eine ordentliche Reaktion auf das, was in den vergangenen beiden Spielen passiert ist“, gesehen. Auf das 0:4 in Lippstadt und das Pokal- Aus in Holzwickede nämlich. Auch Harder merkte an, dass derzeit viele Akteure nicht auf ihren angestammten Positionen zum Einsatz kommen und dass die HSV dennoch „über weite Strecken unseren Möglichkeiten entsprechend das Spiel gemacht“ habe. Den 90-minütigen Einsatz, den die Hammer zeigten, verstand Harder zudem als Argument gegen Kritiker. „Dass einige hier meinen, wir seien nicht fit, ist totaler Quatsch“, so Harder.

Von einer Krise wollte der Defensivmann daher auch nicht sprechen. „Das ist eher eine kleine Durststrecke“, meinte Harder. „Das war ja erst das fünfte Meisterschaftsspiel. Und immerhin haben wir zwei davon gewonnen.“ Auch Heusener gab sich trotzig. „Wir stellen doch hier jetzt nicht den Betrieb ein“, wehrte sich der Abteilungsleiter gegen jegliches Krisengerede. Und erst recht gegen Zweifel am Trainer. „Ich kriege ja auch bestimmte Schwingungen im Umfeld mit. Aber da schiebe ich von vornherein den Riegel vor. Da gibt es gar keine Diskussion“, sagte er vehement. „Dafür gibt es nicht den Hauch einer Veranlassung.“ fh

Quelle: Westfälischer Anzeiger