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„So darf man keine Tore kassieren“

20121001Gloeden

Später Treffer von Oliver Glöden rettet der HSV einen Punkt gegen Neuenkirchen

HAMM • Als Schiedsrichter Jens Jeromin die Partie der Fußball-Oberliga zwischen der Hammer SpVg und dem SuS Neuenkirchen pünktlich beendete, wussten die Spieler des Gastgebers nicht so recht, was sie mit diesem Ergebnis anfangen sollten. Verhalten klatschte Innenverteidiger Sebastian Krug seine Kollegen ab, andere trotteten tief durchatmend in Richtung Kabine. In letzter Sekunde hatte die HSV durch den späten Treffer von Oliver Glöden (90.) einen Punkt beim 2:2 (1:2) gegen den Mitaufsteiger gerettet. Ein Ergebnis, das zwar nicht den Hammer Erwartungen entsprach, mit dem aber wohl keiner der 500 Zuschauer in der Evora Arena mehr gerechnet hatte.

20121001Mueller„Es ist richtig, dass wir glücklich das Unentschieden geholt haben“, sagte Spielertrainer Lars Müller dennoch wenig begeistert. „Aber ich freue mich nicht über einen Punkt. Denn wir hätten gewinnen müssen. Nicht aufgrund des Spielverlaufs, sondern aufgrund der Tabellensituation.“ Auch Gästecoach Franz-Josef Reckels war sichtlich geknickt. „Ich bin lange Trainer, aber ich habe selten ein unglücklicheres Unentschieden erlebt“, sagte Reckels, dessen Team weiter auf den ersten Saisonsieg wartet. Die Spieler des Tabellen-13. aus Hamm hatten sich im Vorfeld des Duells gegen den Liga-16. viel vorgenommen. Doch die Partie nahm nicht den von den Gastgebern erwarteten Verlauf. Die HSV hatte zwar mehr Spielanteile – Torchancen vermochte sie aber nicht zu kreieren. Ganz anders die Gäste, die ein wenig umgestellt hatten und den Ex-Hammer Rafael Figueiredo von der hängenden zur alleinigen Spitze umfunktioniert hatten, tief standen und auf Konter spekulierten. Und die ergaben sich schon früh. Nach sechs Minuten hatte Alexander Deiters nach Pass von Figueiredo die Führung auf dem Fuß, verzog jedoch ebenso wie 60 Sekunden später Jörg Husmann, der den Ball nach einem Freistoß nicht richtig traf. Ein zaghafter Versuch von Jochen Höfler auf der anderen Seite, der abgeblockt wurde (10.) war die einzige nennenswerte Aktion, die sich in den ersten 15 Minuten für die HSV ergab, die zudem erneut Glück hatte, als Figueiredo per Drehschuss an Kuschmann scheiterte (16.).

Ein klassischer Konter sorgte dann jedoch für die verdiente Gästeführung, nachdem Abu Hamid den Ball über die gesamte Hammer Abwehr hinweg auf den völlig frei heranstürmenden Deiters flankte, der mit einem satten Schuss zum 0:1 traf (24.).

Die HSV bemühte sich in der Folge, schaffte es aber kaum, sich einmal gefährlich in Szene zu setzen. So brachte die Aktion von Niclas Haverkamp an der Strafraumgrenze gegen Höfler (38.) die erhoffte Aufbauhilfe der Neuenkirchener. Den fälligen Elfmeter verwandelte Lars Müller sicher. Doch die Freude dauerte nur drei Minuten, da zappelte der Ball nach dem nächsten Konter im Netz. Figueiredo profitierte dabei davon, dass sein Schuss noch unglücklich von Michael Prothmann abgefälscht wurde. „Wir spielen bis dahin nicht gut, machen trotzdem das Tor – und dann habe ich die klare Ansage auf dem Platz gemacht, uns in die Halbzeit zu retten, um dann in Ruhe anzusprechen, was wir besser machen können“, ärgerte sich Müller. „Doch nachdem das 0:1 defensiv schon eine Katastrophe war, kriegen wir das zweite, was gar nicht geht – so darf man keine Tore kassieren.“

Die Folge: Müller stellte seine Defensive auf Dreierkette um, brachte mit Sam Salehi und Dennis Buschening für Michael Prothmann und Daniel Dick zwei weitere Offensivkräfte, was das Team noch anfälliger für Konter machte. „Diese Wechsel waren dem geschuldet, dass wir nicht einmal mit einem Unentschieden leben wollten“, sagte Müller. „Wir wussten, dass dann der eine oder andere Konter eventuell nicht zu verteidigen ist. Aber uns blieb keine andere Wahl.“

Doch dieses Mal hatte die HSV „das Glück, das uns zuletzt vielleicht gefehlt hat“, freute sich Krug, „auch wenn das gegen Neuenkirchen zu wenig war“. Nachdem die Gäste Konter durch Brüning (52.), Nacar (64.), Figueiredo (74.) und Osterhaus (86.) nicht nutzten und auf der anderen Seite Höfler (70., 85.) und Gianluca Greco (82.) Großchancen ausließen, sorgte ein Geistesblitz in den Schlusssekunden doch noch für das 2:2. Harder hatte Höfler bedient, der den Ball über Keeper Klingbeil lupfte, und Glöden brauchte nur noch einzuschieben. „Wir springen nicht vor Freude im Dreieck“, atmete Abteilungsleiter Jens Heusener auf. „Aber das war schon wichtig, dass wir den einen Punkt noch zuhause behalten haben.“ güna

Hammer SpVg: Kuschmann – Baum, Prothmann (46. Buschening), Krug, Kaminski – Harder, Glöden – Dick (46. Salehi), Greco, Müller – Höfler
SuS Neuenkirchen
: Klingbeil – Abu Hamid, Schulz, Haverkamp, A. Klostermann – Husmann, Beckmann-Smith – M. Klostermann (62. Nacar), Brüning, Deiters – Figueiredo (80. Osterhaus)
Schiedsrichter
: Jens Jeromin
Zuschauer
: 500
Gelbe Karten
: Kaminski, Harder, Greco – Brüning, Schulz, M. Klostermann, Haverkamp
Tore
: 0:1 Deiters (24.), 1:1 L. Müller (38., Foulelfmeter), 1:2 Figueiredo (41.), 2:2 Glöden (90.)

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