Zahlreiche Parallelen

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Samstag, 06. Oktober 2012 15:41
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HSV tritt bei Tabellennachbar FC Gütersloh mit Ex-Trainer Holger Wortmann an

HAMM • Wer auf die äußeren Umstände der für Sonntag angesetzten Oberliga-Partie zwischen dem FC Gütersloh und der Hammer SpVg blickt (15 Uhr/ Heidewaldstadion), dürfte gleich zahlreiche Parallelen erkennen. Denn für beide Teams begann die Saison ein wenig anders als erwartet und lässt sich derzeit in einem Satz zusammenfassen: Viele Verletzte – wenig Punkte.

Nachdem die Konkurrenten der Vorsaison souverän den Aufstieg aus der Westfalenliga geschafft haben, folgte in der Oberliga die Ernüchterung. Gravierende Verletzungsprobleme und sportliche Fehltritte sorgten dafür, dass die morgige Partie unter dem Titel „Duell der Enttäuschten“ durchgehen könnte. Der Tabellen-13. erwartet den Liga-14. – für die Trainer keine angenehme Konstellation. „Natürlich könnte ich mir schönere Umstände für das Spiel vorstellen“, räumt FCG-Coach Holger Wortmann ein. „Aber das ist ja kein Wunschkonzert. Wir müssen die Situation beide so nehmen wie sie ist.“ Und HSV-Spielertrainer Lars Müller erwartet „zu allem Überfluss einen Gegner, der sicherlich vor der Saison zurecht als Aufstiegskandidat gehandelt wurde und jetzt noch gefährlicher ist, weil er mit dem Rücken zur Wand steht“.

Hüben wie drüben sind die Protagonisten nicht auf Rosen gebettet. Denn sowohl in Gütersloh als auch bei der HSV schrillen seit Wochen die personellen Alarmglocken. Im Hammer Kader sind die Langzeitverletzten Michael Erzen, Ferhat Cerci, Carsten Sichler, Daniel Schaffer und Felix Backszat weiter kein Thema. Und auch die Hoffnung darauf, dass Mittelfeldakteur Rouven Meschede zurückkehren könnte, hat sich erneut zerschlagen. Meschede war nach auskurierter Schambeinentzündung ursprünglich bereits für die Partie gegen den SuS Neuenkirchen vorgesehen, meldete sich aber kurzfristig grippekrank ab. „Er hat die ganze Woche über Antibiotika genommen, ist daher kein Thema“, fällt Müllers Fazit ernüchternd aus, zumal sich auch Innenverteidiger Sebastian Krug leicht grippegeschwächt beim Training abmeldete. „Ich hoffe, dass er nicht der nächste Ausfall wird“, unkt Müller.

Ähnlich bitter sieht es bei den Ostwestfalen aus, von denen Wortmann sagt: „Bei uns ist es wirklich so, dass wir mit dem allerletzten Aufgebot antreten werden, zumal sich jetzt auch noch mit Raffaele Wiebusch und Lars Beuckmann zwei Spieler krank abgemeldet haben.“ Was die Zahl der Ausfälle vor der HSV-Partie auf sieben erhöht. Bei so viel Pech hält sich auch die Freude Wortmanns auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein in Grenzen. „In unserer Situation geht es mir überhaupt nicht darum, gegen wen wir spielen“, versichert der Vorgänger von Lars Müller im HSV-Traineramt, der den deutlichen 4:0-Erfolg seiner Mannschaft im Heidewald aus der Vorsaison als persönliche Genugtuung verstand. „Dieses Duell war für mich im vergangenen Jahr sehr viel mehr ein besonderes als in diesem. Denn die Schärfe ist mittlerweile raus – wir könnten auch gegen Erndtebrück oder Ennepetal spielen. Wichtig ist es, zu punkten.“ Was natürlich ebenfalls für beide Mannschaften gleichermaßen gilt. Müller hofft daher auf eine Leistungssteigerung seines Teams darauf, dass „uns der glückliche Punkt gegen Neuenkirchen ein positives Gefühl gibt“.

Beruhigend ist dagegen für beide Trainer eine weitere Gemeinsamkeit. Sowohl Wortmann als auch Müller fühlen sich nach wie vor sicher im Trainersattel. „Bei uns gibt es überhaupt kein Rumoren“, sagt Wortmann. Und Müller versichert, dass „ich die Rückendeckung- spüre. Das macht die Sache aber nur bedingt angenehmer. Denn ich möchte schon Spiele gewinnen und nicht von Tiefschlag zu Tiefschlag eilen.“ güna

Quelle: Westfälischer Anzeiger