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„Gefühlte Eigentore“

20121104HSV-DSC

HSV unterliegt Arminia Bielefeld II mit 0:2 / Gelb-Rot für Michael Baum

HAMM • Michael Kaminski machte seinem aufgestauten Ärger mit einem gezielten Tritt gegen einen Spind in den Katakomben des HSV-Casinos Luft. Andere wollten nur noch so schnell wie möglich unter die Dusche. Der Frust saß tief bei den Akteuren der Hammer SpVg, hatte der Fußball-Oberligist doch gerade sein Heimspiel gegen die U 23 des DSC Arminia Bielefeld mit 0:2 (0:1) verloren. „In der ersten Halbzeit haben wir eigentlich eine gute Partie gemacht“, sagte HSV-Spielertrainer Lars Müller. „Wir haben uns einige Möglichkeiten herausgearbeitet, laufen dann aber wieder einem Tor hinterher, das wir gefühlt selbst geschossen haben.“

„Wir wussten, dass uns eine extrem schwere Aufgabe erwarten würde“, sagte Arminen-Coach Daniel Scherning. „Darum haben wir unser Spiel ein bisschen umgestellt und sehr, sehr viel Wert auf die Defensivarbeit gelegt. Am Ende, denke ich, haben wir absolut verdient hier gewonnen.“ Umgestellt hatte auch Lars Müller sein Team. Für den aus privaten Gründen fehlenden Dennis Krautwurst sowie Dennis Buschening standen Nico Schiller auf der rechten Außenbahn und erstmals von Beginn an Neuzugang Victor Falk, der Jochen Höfler im Sturm unterstützte, in der Startformation. Und die Hammer begannen nicht schlecht, bestimmten die Partie, auch wenn der erste Warnschuss den Gästen durch Erdogan Yesilyurt gelang (9.). Bielefeld überließ der HSV die Gestaltung der Begegnung, doch nach eigener Balleroberung waren die Gäste stets gefährlich. Zur Führung bedurfte es dennoch tatkräftiger Unterstützung. Denn eine verunglückte Rückgabe von Felix Backszat erlief sich DSC-Akteur Denis Kina, der den Ball in den Lauf von Marcel Todte spielte. Der Sturmführer der Arminia behielt die Nerven und schob sicher zum 0:1 ein (19.). „Es darf einfach nicht sein, dass wir jede Woche die gleichen Fehler machen“, ärgerte sich Müller, stellte aber auch fest, dass „wir in der ersten Halbzeit Chancen genug hatten, um diesen Fauxpas auszubügeln“.

Die erste davon sechs Minuten nach der Gästeführung, als Jochen Höfler eine schöne Kombination über Kaminski und Müller nicht am herausstürzenden Arminen-Keeper Tom Schmidt zum Ausgleich vorbei brachte. Immerhin leitete diese Möglichkeit die beste Phase der Hausherren vor 390 Zuschauern in der Evora Arena ein. Doch auch beste Möglichkeiten durch Backszat per Heber (30.), Höfler (40., 44.) und Oliver Glöden, der nach einem Backszat-Freistoß per Kopf nur die Latte traf (42.), ließen die Hammer ungenutzt. „Es war uns klar, dass Hamm nicht über das ganze Spiel zu kontrollieren ist“, sagte Scherning. „Daher hätten wir uns nicht beschweren können, wenn wir das 1:1 bekommen hätten.“ Am Ende hatten die Hausherren sogar noch Glück, dass sie nur mit 0:1 in die Pause gehen mussten, denn der brandgefährliche Stefan Langemann (24., 27.) sowie Moritz Fritz kurz vor dem Pausenpfiff (45.) hätten auch für die Arminen erhöhen können.

Was Todte sieben Minuten nach der Pause nachholte, als er nach einem langen Ball zum 0:2 einschob. „Das zweite Tor geht auch nicht“, ärgerte sich Müller. „Alexander Kuschmann hätte klären können, und Michael Kaminski oder Sebastian Krug hätten den langen Ball vorher haben können.“

Hatten sie aber nicht, und in der Folge rannte die HSV zwar mit viel Herz gegen das Bielefelder Abwehrbollwerk an, kam aber nicht mehr gefährlich in den Strafraum der Gäste. Und spätestens, nachdem Michael Baum nach einem Foul gegen Yasilyurt Gelb-Rot sah (63.), mussten die Hammer Fans den Haken unter die Partie machen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass „wir einfach zu wenig Tore machen. Und wenn das so ist, musst du zumindest hinten souverän stehen. Das schaffen wir im Moment ja auch nicht“, sagte Müller. Logische Folge: Bei gerade einmal drei Zählern Vorsprung auf Ligaschlusslicht Neuenkirchen steckt das Team nun im tiefsten Abstiegskampf, was Fußball-Abteilungsleiter Jens Heusener mit den Worten kommentierte, dass „wir jetzt eben in Schermbeck etwas holen müssen“. Was allerdings auch nicht ganz leicht werden dürfte. Schließlich braucht auch der SVS die Punkte dringend – im Abstiegskampf. güna

Hammer SpVg: Kuschmann – Baum, Harder, Krug, Kaminski – Schiller (65. Dick), Backszat, Glöden (67. Buschening), L. Müller – Falk (76. Greco), Höfler
DSC Arminia Bielefeld II: Schmidt, Kina (76. Gürer), Rump, Grieswelle, Redjepi – Kording, Fritz – Krause, Yesilyurt (74. Piontek), Langemann – Todte (55. Hop)
Schiedsrichter: Daniel Rott (Dortmund)
Zuschauer: 390
Tore: 0:1 Todte (19.), 0;2 Todte (52.)
Gelbe Karten: Kaminski, Krug, Backszat, Harder, Schiller, Baum – Yesilyurt
Gelb-Rot: Baum (63. wiederholtes Foulspiel)



Fotostrecke: HSV verliert gegen Arminia Bielefeld ll 0:2

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