Große Ratlosigkeit

Kategorie: Erste Mannschaft
Veröffentlicht am Samstag, 10. November 2012 09:43
20121110Mueller

Die Hammer suchen einen Weg aus dem Negativstrudel

SPROCKHÖVEL • HSV-Abteilungleiter Jens Heusener riss sich lange zusammen. Dann platzte aus es ihm heraus. „Wann nutzen wir endlich eine dieser verdammten Scheißchancen.“ Er meinte damit die 67. Minute, als Victor Falk den Ball aus kurzer Distanz nicht ins Netz beförderte. „Das war eine Kopie von vergangener Woche“, meinte Heusener. Auch gegen die Bielefelder Reserve hatte die HSV viel Einsatz gezeigt, doch ein individueller Fehler führte zum Rückstand. Am Ende vollendete der Gegner einen Konter und das Spiel endete 0:2 aus Hammer Sicht.

Was die HSV derzeit hinten an Pech hat, fehlt vorne an Glück. „Sprockhövel steht oben, da geht der Ball rein. Wir stehen unten und machen das Tor nicht“, meinte Heusener verzweifelt. „Das ist ganz groß, da sind acht Sprockhöveler und keiner von uns“, sagte Kapitän Pascal Harder zur Situation beim 0:1, an dessen Ende er dem Ball unbeabsichtigt den entscheidenden Tick gegeben hatte, sarkastisch.

Heusener wollte dem Team den Willen nicht absprechen („Die ersten 20 Minuten waren ordentlich, Die Einsatzbereitschaft ist da.“), doch die HSV kommt nicht aus der Abstiegszone heraus, geschweige denn, in Richtung einstelliger Tabellenplatz – dem ausgegebenen Saisonziel. „Zwölf Punkte sind viel zu wenig“, meinte auch Lars Müller und fügte hinzu: „Wir liegen weit hinter den Erwartungen zurück, der der Öffentlichkeit sowieso, aber auch unserer eigenen.“

Bleibt die Frage, wie die Hammer aus dem Negativ- Strudel herauskommen wollen. Und da wirken die Verantwortlichen ratlos. „Es gibt kein Allheilmittel“, sagte Müller. „Die auf dem Platz müssen das richten“, forderter Heusener, dem es stinkt, dass die HSV durch dumme Gegentore nun schon so häufig Punkte verschenkt hat. „Sechs Mal“, zählte er an seinen Fingern ab. Er stärkte dem Spielertrainer definitiv den Rücken und schloss ein personelles Nachlegen aus, weil „wir schon 25 Mann im Kader haben“.

Müller hatte viel versucht, mit Torwart Alexander Kuschmann und Verteidiger Michael Baum zwei Stammspieler auf die Bank gesetzt. „In unserer Situation kann ich in alle Richtungen reagieren. Es kann keiner auf den Platz einen Anspruch anmelden“, so Müller, der nicht vom einem Zeichen sprechen wollte. Bis zum Gegentor gingen die Maßnahmen durchaus auf. „Aber wenn du nicht den klaren Ball spielst, verlierst du“, machte Müller eine einfache Rechnung auf.

Ein, besser zwei Erfolge müssen „irgendwie“ her. Da sind sich alle einig. Doch „die Spiele werden immer weniger“, zählt Heusener schon und „langsam gehen dir die Argumente aus.“ bob

Quelle: Westfälischer Anzeiger